Rebels entdecken ihren Scoring-Touch

Eine Achterbahn der Gefühle erlebten 440 Zuschauer am vergangenen
Freitag in der Stuttgarter Eiswelt. Einen 1:3-Rückstand zur Spielmitte
drehten die Stuttgart Rebels in den letzten 30 Minuten in einen furiosen
7:4-Erfolg gegen den ESC Hügelsheim.

Den besseren Start erwischten beim schwäbisch-badischen Duell die Baden
Rhinos, die sich mit sicheren Spielzügen die ein oder andere
Schussgelegenheit erarbeiten konnten. Die Rebels begannen eher
verhalten, Lukas Willer wollte dem Treiben in der 9. Spielminute
allerdings nicht mehr länger zuschauen, arbeitete die schwarze
Hartgummischeibe förmlich vors gegnerische Tor und überwand Max Häberle
mit einem Schlenker aus spitzem Winkel. Die Freude auf Stuttgarter Seite
sollte jedoch bereits eine Zeigerumdrehung später wieder unterbrochen
werden, nachdem Iven Rösch im zweiten Nachschuss den Ausgleich markierte.

Zum zweiten Spielabschnitt kamen die Rebellen etwas präsenter aus der
Kabine, den Treffer erzielten aber bei einem Break über Cedric Duhamel
die Gäste durch Graham Brulotte. Eine Hügelsheimer Strafzeit in der 31.
Minute sollte nun wieder die Möglichkeit zum Ausgleich bieten, doch der
Schuss ging zuerst einmal nach hinten los. Nach Punktverlust an der
blauen Linie ging Andi Mauderer auf die Reise und bediente Iven Rösch,
der zum zweiten Mal an diesem Abend einnetzte. Tristesse schien sich nun
in der Eiswelt breit zu machen, das Spiel drohte einen ähnlichen Verlauf
zu nehmen wie bereits zu oft in dieser Saison. Was dann allerdings
folgte, hatte man in dieser Art auf Degerlochs Höhen schon seit einer
gefühlten Ewigkeit nicht mehr erlebt. Noch in der gleichen Überzahl
erzielte Patrick Daucik den Anschluss, nur 29 Sekunden legte Lukas Kubek
endlich seine seit dem ersten Saisonspiel in Hügelsheim andauernde
Ladehemmung ab. Mannschaftskapitän Tim Becker ging schließlich mit gutem
Beispiel voran und sorgte mit zwei weiteren Treffern für Jubel in der
Eiswelt. Endlich hatten sich die immensen Bemühungen der Rebels auch
einmal in Tore verwandelt.

Auch im letzten Durchgang hatten die Rhinos den Rebellen nicht mehr viel
entgegen zu setzen. Mit dem Treffer zum 6:3 in der 43. Spielminute
belohnte sich auch die dritte Formation für ihren großen Kampfgeist, der
wie von einer Last befreit wirkende Lukas Kubek sorgte 11 Minuten später
für die endgültige Entscheidung. Der vierte Hügelsheimer Treffer durch
Noel Johnson bedeutete lediglich noch etwas positive Ergebniskorrektur
für die Gäste.

Mit diesem verdienten Erfolg gegen einen direkten Tabellenkonkurrenten
verschafften sich die Rebels einen guten Start ins zweite Saisondrittel.
Um weiter Boden gut zu machen, sollte jedoch in den kommenden Partien
gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte (Mannheim, Freiburg)
sowie gegen Eppelheim und in Ravensburg weiter gut gepunktet werden.
Dass dies ganz sicher nicht im Bereich des Unmöglichen liegt, sollte die
Mannschaft mit dem Erfolg vom Freitag bewiesen haben, wenngleich diese
Partien selbstverständlich keine Selbstläufer werden, da die Liga in
dieser Saison, wie bereits des Öfteren erwähnt, ausgeglichener zu sein
scheint als jemals zuvor.

Stuttgart Rebels – ESC Hügelsheim 7:4 (1:1/4:2/2:1)

1:0 (08:27) Willer (Mauch/Eisele)
1:1 (09:35) Rösch
1:2 (24:34) Brulotte (Duhamel)
1:3 (32:09) Rösch (Zauderer) SH1
2:3 (32:39) Daucik (Becker/Kubek) PP1
3:3 (32:39) Kubek
4:3 (36:55 Becker (Abert)
5:3 (39:30) Becker (Daucik/Willer)
6:3 (42:27) Hotz (Strehle/Wied)
7:3 (53:40) Kubek (Daucik/Bako) PP1
7:4 (57:34) Johnson (Engel/Böcherer)

Strafen: 4 – 8

Zuschauer: 440