Sieg und Niederlage am Wochenende

Zwei unterschiedliche Pole auf der Gefühlsskala hielt das vergangene Wochenende für die Stuttgart Rebels bereit. Einem 4:1-Heimerfolg am Freitag folgte zwei Tage später eine 1:6-Niederlage auf fremdem Eis gegen den SC Bietigheim-Bissingen.

Zu einer regelrechten Geduldsprobe für Mannschaft und Fans wurde das Heimspiel der Stuttgart Rebels am Freitag gegen den Schwenninger ERC.
Die mit “kurzer Bank“ angetretenen Schwarzwälder ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich nur zu gerne für die unlängst erlittene Heimniederlage revanchieren wollten. Ein effektives Forechecking unterband die meisten Aufbaubemühungen der Rebellen bereits im Ansatz, die sich diesbezüglich nicht lumpen ließen und mit selber Münze zurückzahlten. So neutralisierten sich beide Teams weitgehend und was dennoch auf beide Tore kam wurde zur sicheren Beute der beiden Torhüter. Dass die Gastgeber zudem Schwierigkeiten hatten sich auf die konsequente Regelauslegung des Schiedsrichters ein zu stellen und vier Powerplays des Gegners zu überstehen hatten, tat hierbei noch ein Übriges. Ein torloses Zwischenergebnis konnte daher nach 20 Spielminuten nicht überraschen.

Das zähe Ringen auf dem glatten Untergrund sollte sich auch im zweiten Spielabschnitt fortsetzen, mit dem Unterschied, dass sich die Anzahl der klaren Aktionen immer mehr in Richtung der Rebels verschob und man sich ein leichtes Übergewicht erarbeiten konnte. Der ersehnte Führungstreffer in der 28. Spielminute durch Nicholas Rodriguez in Überzahl war dann auch die verdiente Belohnung. Die ganz große Sicherheit im Rebellenspiel wollte sich trotz weiterhin etwas höherer Spielanteile in der Folgezeit nicht einstellen. Weitere zehn Zeigerumdrehungen Geduld mussten die 331 Zuschauer und die Akteure aufbringen, bis Patrick Eisele eine Vorlage von Eric Strieska zur 2:0-Führung nach dem zweiten Drittel verwerten konnte.

Auch im Schlussabschnitt wurde jeder Zentimeter der Spielfläche im Bemühen um den Ausbau bzw. die Verringerung des Spielstandes beharkt. In der 56. Spielminute belohnte Simon Schlenker schließlich den Schwenninger Kampfeswillen mit dem Anschlusstreffer. Das Spiel stand nun endgültig auf des Messers Schneide, doch Mannschaftskapitän Tim Becker konnte mit einem Break den alten Abstand wieder herstellen. Schwenningen nahm nun eine Auszeit und seinen finnischen Torhüterhünen Miro Hämynen vom Eis um doch noch den Ausgleich zu erzwingen, jedoch zerstörte Eric Strieska diese Hoffnungen bereits nach wenigen Sekunden mit einem Treffer ins verwaiste Gästetor.

Zwei Tage später sahen sich die Mannen um Trainer Philipp Hodul zunächst einer mit Macht attackierenden Reserve des Zweitligisten Bietigheim Steelers ausgesetzt, deren Angriffsbemühungen sich allerdings oft im Netz der Stuttgarter Verteidigung verfingen oder aber von Goalie Dominik Guris entschärft wurden. Erst gegen Drittelende gelang es den Rebels dann mehr für die Entlastung des eigenen Verteidigungsdrittels zu tun und den Bietigheimer Torhüter zu beschäftigen.

Bereits kurz nach Wiederbeginn sollte es dann aber mit der Torlosigkeit vorbei sein, Haiko Hirsch traf zum 1:0. Obwohl die Degerlocher von nun an auf Augenhöhe mitspielten gelang Dominique Hensel drei Minuten später der zweite Bietigheimer Treffer. Nicht aufsteckend und sich langsam ein Übergewicht an Spielanteilen erarbeitend gelang den Gästen durch Artur Gross in der 34. Spielminute der zu diesem Zeitpunkt längst verdiente Anschlusstreffer. Weitere Torchancen konnten nicht genutzt werden, somit gingen die Gastgeber mit knappem Vorsprung in die letzte Pause.

Im letzten Spielabschnitt wurde den Rebels dann aufgezeigt wie man seine Torchancen effektiv ausnutzt. Während die Stuttgarter Versuche an Pfosten, Latte oder Torhüter Häberle endeten, konnte Carlo Wittor ein Break in Unterzahl zum 1:3 abschließen. Hensel, Hirsch und Quast mit Empty-Net-Goal sorgten dann bis zur 49. Minute für die Entscheidung des Spiels. Trotz des klaren Spielstandes versuchten die Rebellen unverdrossen den Spielstand freundlicher erscheinen zu lassen, die einzige Belohnung für die starke kämpferische Einstellung sollte jedoch der lang anhaltende Schlussapplaus der mitgereisten Rebels-Anhänger bleiben.

Alles in Allem muss man also den Gastgebern zu einem verdienten, wenn auch etwas zu hoch ausgefallenen, Sieg gratulieren. Mit drei am Wochenende errungenen Punkten befinden sich die Rebels nach sieben Spielen mit 14 Punkten weiterhin absolut im Soll und stehen hinter Heilbronn und Bietigheim auf Rang drei der Tabelle der Regionalliga Südwest.

Stuttgart Rebels – Schwenninger ERC 4:1 ( 0:0,2:0,2:1 )

1:0 ( 28.) Rodriguez ( Kolar/Hudak ) PP1
2:0 ( 37.) Eisele ( Strieska )
2:1 ( 56.) Schlenker ( Stöhr )
3:1 ( 59.) Becker ( Hudak )
4:1 ( 60.) Strieska ( Eisele ) ENG

Strafen Rebels : 16 + 30
Strafen Schwenningen : 16

Zuschauer : 331

SC Bietigheim-Bissingen – Stuttgart Rebels 6:1 ( 0:0,2:1,4:0 )

1:0 ( 21.) Hirsch ( Hensel/Windisch )
2:0 ( 24.) Hensel ( Windisch/Hirsch )
2:1 (34.) Gross ( Eisele/Strieska )
3:1 (45.) Wittor SH1
4:1 (47.) Hensel ( Windisch/Quast)
5:1 (49.) Hirsch ( Hensel )
6:1 (49.) Quast ( Wittor ) ENG

Strafen Bietigheim : 14
Strafen Stuttgart : 10

Zuschauer : ca. 200 ( davon etwa 30 aus Stuttgart )
(bw)