Nachbericht zum Fanabend am 03. Juni 2016

Liebe Freunde des Stuttgarter Pucksports,

Am Freitag, 03.06.2016 um kurz nach 19 Uhr fand beim Franz, TUSII der angekündigte Rebels-Fanabend statt.
Im viel zu kleinen Nebenraum begrüßten die SEC-Vorstände Wolfgang Krause, Joachim Blank und Beisitzer Bernd Wegst 21 Fans, Rebelsverantwortliche und Spieler. Von Rebelsseite mit an Bord waren Teammanager Claus Becker, Trainer Philipp Hodul und die Spieler Tim Becker, Christopher Mauch, Patrick Schäffler, Leo Schätzle, Marc-Stephen Wied und Goalie Dominik Guris.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Vorstand Wolfgang Krause stellten sich die Spieler der Reihe nach den Fans vor und ließen die vergangene Saison aus ihrer Sicht Revue passieren. Unisono wurde hier der Teamspirit herausgestellt, der die Mannschaft noch enger zusammenrücken ließ. Trotz sportlich durchwachsener Saison mit dem klaren Verpassen der PlayOffs ist im Kern ein echtes Team entstanden, das Potential hat, aber einen Lernprozeß durchlief und schlussendlich Lehrgeld zahlte. Viel wichtiger aber ist laut Christopher Mauch, dass der Spaß am Hockey zurückgekehrt ist. Der Trainerwechsel zu Philipp Hodul brachte wieder frischen Wind und laut Kapitän Tim Becker hat sich die Mannschaft deshalb geschlossen dafür eingesetzt, dass der Rebels-Trainer weiterhin Philipp Hodul heißt, da es unter ihm einen klaren Aufwärtstrend in vielen Bereichen gibt, den man in der neuen Saison auch auf dem Eis sehen wird.
In einem kurzen Rückblick gestand Coach Hodul anschließend selbstkritisch Fehler ein, aber auch für ihn war die erste Saison in der 4. Liga ein Lernprozess. Trotz des letztlich sportlich enttäuschenden Abschneidens glaubt er zur neuen Saison an eine Leistungssteigerung, denn sein Team (inklusive Goalie Dominik Guris) bleibt im Prinzip zusammen. Über Neuzugänge konnte er noch nichts Konkretes berichten, aber es laufen derzeit intensive Gespräche und man darf gespannt sein, wer sich den Rebellen 2016/17 anschließen wird.

Danach kam aus Fankreisen die Frage auf, warum der SEC sich seit Jahren eine aufwändige, kostenintensive Nachwuchsarbeit mit hauptamtlichen Trainern leistet und nach oben in den Seniorenbereich wenig bis nichts einschlägt, was zu der Sinn-Frage führt: Ausbildung ja, aber doch letztlich für andere Verein wie Bietigheim, Heilbronn, Schwenningen usw.

Auf diese Frage schien der Nachwuchstrainer und Rebels-Spieler Chris Mauch gewartet zu haben, denn er stellte kurz den Nachwuchs-Werdegang vor, der mit Bedrich Pastyrik professionell und überaus erfolgreich losgetreten wurde. Der jetzige Jahrgang 2002/2003 scheint hochexplosiv zu sein, mit Top-Talenten durchsetzt und hochmotiviert. Natürlich werden immer wieder gute Spieler wechseln, nach Ansicht von Mauch ein ganz natürlicher Vorgang, aber nicht alle Spieler werden sich durchsetzen und sich an die Stuttgarter Zeit erinnern, quasi an die Wurzeln zurückkehren. Er führte hierzu einige interessante Beispiele an (z.B. Strieska und andere). Die Finanzmittel sind also bestens investiert und zwar kurz-, mittel- und langfristig. In Stuttgart wird gute Hockeyausbildung geboten. “Die Jungs, die hier im Nachwuchs spielen, haben richtig Bock und Spaß am Spiel, die wollen Eishockey spielen. Es entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten” so Mauch weiter.
Hierzu lieferte im Anschluss Claus Becker noch interessante Aspekte bzgl. der Hockeyausbildung und stellte fest:” Wer bildet eigentlich noch auf diesem sportlichen Niveau im Nachwuchs aus?”. Weiter stellte er fest, dass viele Clubs den SEC darum beneiden, was die hohen Anmeldezahlen zu den Camps eindrucksvoll belegen.
Nachdem dem kurzen Schwenker zum Thema Nachwuchs wurde es wieder rebelslastig. Teammanager Claus Becker kam auf die Unterstützung aus der Fanecke zu sprechen und wünschte sich mehr Unterstützung in vielen Bereichen, denn die Arbeit im Hintergrund werde zwar von sehr engagierten, aber leider nur sehr wenigen Helfern erledigt, die oftmals am Limit arbeiten und ihre ganze Freizeit opfern. Coach Hodul wünschte sich hierzu konkret Unterstützung im Bereich Video-Aufzeichnung, was im Nachgang bzw. in der Nachanalyse sehr wertvoll sei. “Ich sehe zwar viel, aber nicht alles. Videos von außen bringen die Mannschaft weiter”. Spontan sagte Rebels-Supporter Uwe daraufhin seine Unterstützung zu. Er wird sich dem Thema in der kommenden Saison annehmen.

Von Vertretern aus dem Fanclub “Blau-Gelbe Horde” wurden Andeutungen laut, in der neuen Saison auch etwas Neues probieren zu wollen, um den Support von außen nochmal zu pushen. Zum aktuellen Zeitpunkt bitte man aber noch um Geduld, da man noch mitten in der Planung sei. Es tut sich also auch in diesem Bereich etwas.
Nach einer Unterbrechung wurde dann noch ein Dauerbrenner angesprochen. Früher im alten Eisstadion bzw. auch danach in der “Halbzeit” gab es Möglichkeit, mit der Mannschaft in Kontakt zu treten und noch etwas zusammen zu trinken, sich über das Spiel zu unterhalten usw.
Nach dem Wegfall des Restaurants “Halbzeit” ist dies plötzlich weggebrochen, die Identifikation mit dem Team leidet dadurch erheblich. Nach dem Spiel gehen alle ihrer Wege.

Dem zweiten Vorstand Joachim Blank ist dieser Umstand natürlich nicht entgangen, er nimmt dies zum Anlass, das Thema auf die aktuelle Agenda zu nehmen, und er versprach sich darum zu kümmern. Als kurzfristige Lösung hatte Teammanager Becker im persönlichen Gespräch die Idee, die Spieler nach dem Spiel aus der Kabinen zu einem kurzen Plausch (“auf ein Bierchen”) zu den Fans hochzuschicken, damit sich da wieder etwas entwickelt, denn er sieht in dem Bereich auch Defizite. Er wird sich dazu aber auch noch seine Gedanken machen.

Um ca.21:15 Uhr war das Fantreffen dann beendet, wobei es kein richtiges Ende war, denn das hochemotionale Thema Stuttgarter Eishockey ging natürlich an mehreren Plätzen im Restaurant und auch bei den Rauchern vor dem Restaurant munter weiter. Bemerkenswert waren die vielen Fans (darunter 3 weibliche!), die der gelungenen Veranstaltung beiwohnten. Der Nebenraum übertrat die Kapazitätsgrenze um 100%, aber um es positiv zu formulieren: So eng waren sich Offizielle, Spieler und Fans noch nie. Wenn das kein gutes Omen für die kommende Saison ist…

Ein herzlicher Dank an Ralf Seidel für diesen ausführlichen Nachbericht zum Fanabend!