Rebels mit zwei Niederlagen am Doppelwochenende

Am vergangenen Freitag und Samstag hatten die Stuttgart Rebels innerhalb von nur 24 Stunden gleich zwei schwere Partien zu absolvieren.
Beim Heimspiel gegen die Reserve des Zweitligisten aus Bietigheim war man bei der 1:10-Niederlage letztlich chancenlos. Tags darauf musste man sich im badischen Hügelsheim nach einem 3:4 n.P. am Ende mit einem Punkt zufrieden geben.

Die Geschichte des Heimspieles gegen die mit zahlreichen DNL2-Spielern angetretenen Gäste aus dem Ellental ist im Prinzip schnell erzählt.
Von Beginn an hielt das Team von Trainer Gratza das Tempo hoch, die Rebels fanden während des gesamten Spiels kaum einmal Zugriff auf den Gegner. Trotzdem konnte in der 19 Spielminute Patrick Daucik einen der wenigen Stuttgarter Entlastungsangriffe zur schmeichelhaften 1:0-Pausenführung verwerten.
Nach dem Ausgleichstreffer der Gäste konnten die Rebellen das Spiel zwar bis zur 30. Minute vom Ergebnis her offen gestalten, mit drei Gegentreffern in weniger als 2 Minuten war dann allerdings eine Vorentscheidung bereits gefallen. Die Chance noch einmal ins Spiel zurück zu finden bot sich zwar gleich im Anschluss bei einer doppelten Überzahl, doch durch mangelnde Chancenverwertung und mit einem leider durch den Schiedsrichter nicht gegebenen Treffer konnte diese Möglichkeit nicht genutzt werden. Nach drei weiteren Bietigheimer Treffern nahm nun Trainer Philipp Hodul seinen Keeper Dominik Guris aus der Schusslinie und so kam Andreas Räth zu seinem ersten Regionalligaeinsatz für die Stuttgart Rebels.
Trotz des ernüchternden 1:7-Rückstandes nach dem zweiten Spielabschnitt zeigte die Mannschaft im letzten Durchgang Moral und kämpfte weiter um jede Scheibe. Dies wurde nach Spielende vom Publikum auch dem entsprechend honoriert, obwohl letzten Endes an diesem Abend eine 1:10-Schlappe nicht zu verhindern war.

Dass es solche Tage gibt, bei denen einfach gar nichts geht, das hat wohl jeder Sportler bereits am eigenen Leib verspürt. Dann heisst es auf zu stehen und weiter zu machen. Und genau mit dieser Einstellung begannen die Stuttgart Rebels das Auswärtsspiel am darauf folgenden Tag bei den Baden Rhinos in Hügelsheim.
Von Beginn an war der unbedingte Wille zu erkennen es besser zu machen als am Vorabend. Die Scheibe lief recht gut durch die Stuttgarter Reihen, die Hügelsheimer Führung durch Marko Trenholm in der 7. Spielminute war allerdings nicht der erhoffte Auftakt. Der Ausgleichstreffer durch Sebastian Meindl bei numerischer Überlegenheit drei Minuten später stellte den korrekten Spielverlauf wieder her. Auch während der zweiten Hälfte des Drittels taten die Rebels etwas mehr für´s Spiel, doch wieder folgte ein Nackenschlag in Form eines Gegentreffers durch Andy Mauderer.

Nach dem schnellen Ausgleich in der 23. Spielminute durch Marc Wollner sahen die Zuschauer weiterhin ein Spiel das von beiden Seiten mit grossem Einsatz geführt wurde. Dabei hatten sich die Rebels nicht nur 6 Gegenspielern zu erwehren, sondern hatten obendrein noch den bekannten badischen Lokalpatriotismus als Kontrahenten. Gelinde ausgedrückt.

Der letzte Durchgang wurde von beiden Seiten sehr zerfahren und auf Sicherheit bedacht begonnen, jeder im Stadion wusste, dass dem nächsten Treffer eine extrem wichtige Bedeutung zukommen sollte. Dies war auch bis aufs Eis hinunter zu spüren. Fehlervermeidung war die Devise. Die letzten etwa fünf Spielminuten sollten dann eine gefühlte halbe Stunde dauern. Nach einer unübersichtlichen Situation und einer mehrminütigen Diskussion entschied der Schiedsrichter auf 5+Spieldauer gegen Patrick Eisele wegen angeblichen Kniechecks. Da gleichzeitig 2 Hügelsheimer in die Kühlbox mussten bot sich den Rebels trotzdem 4 Minuten vor Spielende in Überzahl die Chance zur Führung , die von Marc Wollner auch postwendend genutzt wurde. Alle Anzeichen deuteten nun auf einen verdienten Auswärtserfolg hin, ein grober Schnitzer im eigenen Drittel ermöglichte den Gastgebern 50 Sekunden vor Schluss die schmeichelhafte Chance sogar zwei Punkte im heimischen Baden Airpark zu behalten.
So sollte es dann durch die verwandelten Penaltys von Walther und Duhamel auch kommen, Stuttgarter Treffer waren im Shoot-Out leider nicht zu verzeichnen.

Die Spiele am Wochenende machten wieder einmal deutlich, dass in der Regionalliga Südwest faktisch eine Zwei-Klassen-Gesellschaft besteht.
Die Eisbären Heilbronn, Zweibrücken und Bietigheim werden die drei ersten Plätze unter sich verteilen, die Rebels können mit den restlichen Teams jedoch auf jeden Fall zumindest mithalten, was die Aussicht auf einen möglichst langen und interessanten Kampf um den vierten Play-Off-Platz bei einer entsprechenden Ausnützung der erspielten Torchanchen nicht unerreichbar erscheinen lässt.

Stuttgart Rebels – SC Bietigheim 1:10 (1:0,0:7,0:3)

1:0 (19.) Daucik ( Wollner/Strieska)
1:1 (24.) Hirsch SH1
1:2 (30.) Hensel (Fink/Hirsch) PP1
1:3 (31.) Zeller (Wittor/T.Heintz)
1:4 (32.) Hirsch (Windisch/A.Gross) PP1
1:5 (37.) Windisch (Quast)
1:6 (38.) Wittor (Fröhlich)
1:7 (40.) Zeller (Wittor/Fröhlich)
1:8 (53.) Windisch (Fink/Hirsch) PP1
1:9 (56.) Hirsch (Quast/Windisch)
1:10 (58.) Zeller (Fröhlich/Wittor)

Strafen Stuttgart : 12
Strafen Bietigheim : 8

Zuschauer : 402

Baden Rhinos – Stuttgart Rebels 4:3 n.P. (2:1,0:1,1:1,1:0)

1:0 (7.) M.Trenholm (Böcherer)
1:1 (10.) Meindl (Willer/Mauch) PP1
2:1 (16.) Mauderer
2:2 (22.) Wollner (Becker)
2:3 (56.) Wollner PP1
3:3 (60.) Brahmer (Duhamel/Wolf) SH1
4:3 (P.) Duhamel

Strafen Hügeloheim : 26
Strafen Stuttgart : 10+5+SpD für Eisele

Zuschauer : geschätzte 600